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Waldbegehung am 02.05.2026

Auch in diesem Jahr hatte die Gemeinde wieder zu einer Waldbegehung eingeladen. Das trübe und regnerische Wetter am Vormittag hatte zu der Befürchtung geführt, dass die Veranstaltung eine nasse Angelegenheit werden könnte. Glücklicherweise hellte es zur späten Mittagszeit auf, sodass die Begehung trocken und wie gewohnt mit den Fahrrädern am Rathaus starten konnte. Die bunt gemischte rund 25-köpfige Gruppe aus Vertretern des Gemeinderats, Vertreter des Forstamts, Jagdpächtern, Vertreter der Feuerwehr sowie Vertretern der Initiativgruppe Naturschutz Iffezheim e. V. (INI) inspizierten in diesem Jahr den Iffezheimer Oberwald und machten sich ein Bild über aktuelle Themen, die den dortigen Gemeindewald betreffen.

Auf der Agenda standen die folgenden Themen:
1. Waldmaikäfer im Gemeindewald
2. Biber-Nagespuren am Sandbach
3. 25 Jahre Sandbachrenaturierung
4. Waldpädagogik
5. Waldrefugien und Habitatbaumgruppen im Gemeindewald
6. Wildtierbeauftragter des Landkreises Rastatt
 
Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Christian Schmid führte die Waldbegehung an verschiedene Stellen im Oberwald.

1. Waldmaikäfer im Gemeindewald
Der erste Halt erfolgte am Parkplatz beim Schützenhaus Iffezheim. Gemeindeförster Norbert Kelm informierte zusammen mit Forstbezirksleiter Clemens Erbacher über den diesjährigen Waldmaikäfer-Schwärmflug im Niederwald. Der Maikäfer schlüpfte dieses Jahr bereits seit dem 10. April und ist damit eher zum "Aprilkäfer" geworden. Grabungen ergaben eine Dichte von etwa 1,6 Käfer pro Quadratmeter Waldboden. Der Schwärmflug fiel jedoch deutlich geringer aus als in den Vorjahren. Der hierdurch entstandene Schaden hält sich in Grenzen; lediglich einige Roteichen zeigen Fraßspuren an den Blättern. Die Larven des Waldmaikäfers, auch Engerlinge genannt, stellen für die Bäume die deutlich größere Gefahr dar. Sie leben drei Jahre im Boden und können durch Wurzelfraß besonders Jungpflanzen erheblich schädigen.

2. Biber-Nagespuren am Sandbach
Ein weiterer Halt erfolgte am Sinzheimerwegschlag. Der ehrenamtlich bestellte Biberberater des Landkreises Rastatt, Michael Hug, referierte über die Lebensweise und Biologie des Bibers. Er berichtete, dass aktuell an drei bis vier Stellen Biber auf der Gemarkung Iffezheim leben. In den kommenden Monaten müsse die Situation besonders beobachtet werden, da die Nageaktivität an Bäumen im Sommer deutlich nachlasse. Nur wenige Individuen fänden den Weg von den Rheinauen hierher. Bei einer Gewässerbreite von mehr als zehn Metern entstünden in der Regel keine Biberdämme. Umgestürzte Bäume im Gewässer hätten zudem positive Effekte, vor allem durch eine bessere Sauerstoffanreicherung. Hier übernimmt der Biber die Funktion eines Landschaftsgestalters. Der Vortrag endete mit dem Anblick einer vom Biber angeknabberten Weide. Hug erläuterte dabei auch Chancen und Risiken einer Biberpopulation.

3. 25 Jahre Sandbachrenaturierung
Der dritte Halt erfolgte ebenfalls am Sinzheimerwegschlag. Dort gab es einen Rückblick auf die vor 25 Jahren, auf Anregung der Initiativgruppe Naturschutz Iffezheim e.V. (INI) begonnen wurde, durchgeführten Renaturierungsmaßnahmen am Sandbach. Michael Hug und Gemeindeförster Norbert Kelm zeigten anhand von Vergleichsaufnahmen, wie stark sich das Gewässer seitdem positiv entwickelt hat. Durch gezielte Maßnahmen wie das Einbringen von Baumstammbündeln konnte dem Sandbach seine natürliche Eigendynamik zurückgegeben werden.

4. Waldpädagogik
Der vierte Halt fand an der Römerhütte statt. Sophia Krieg vom Forstamt Rastatt stellte die Waldpädagogik vor. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Zusammenarbeit mit den Grundschulen im Landkreis. Sie berichtete unter anderem auch vom gut besuchten sogenannten "Girls-Day" in diesem Jahr. Besonders erfreulich sei das steigende Interesse von Mädchen an forstlichen Berufen.
Die Teilnehmenden konnten in Zweierteams selbst eine Spiegelführung ausprobieren. Dabei hält man einen Spiegel am Kinn und blickt hinein, um die Baumkronen und das Laubdach gut erkennen zu können. Eine Perspektive, die besonders bei Kindern sehr gut ankommt, da diese die Kronen mit dem bloßen Blick nach oben oft nur schwer erfassen können. Zudem konnten ausgestopfte Tiere für Lernzwecke betrachtet werden.

5. Waldrefugien und Habitatbaumgruppen im Gemeindewald
Der nächste Halt führte zu einem Waldrefugium am Sandbach. Dort wurde anschaulich gezeigt, wie wichtig solche Stilllegungswälder für die heimische Flora und Fauna sind. In einem Waldrefugium werden keine forstwirtschaftlichen Maßnahmen mehr ergriffen, die Fläche wird vollständig der Natur überlassen. Gleichzeitig sind diese Waldrefugien im Ökokonto der Gemeinde anerkannt und erzielen Ökopunkte, die bei künftigen Maßnahmen als Ausgleich verwendet werden können. An einer alten, umgestürzten Eiche wurde deutlich, welchen hohen Wert tote, liegende Bäume als Lebensraum für seltene Käferarten und andere Organismen haben.

6. Wildtierbeauftragter des Landkreises Rastatt
Zurück an der Römerhütte stellte der Wildtierbeauftragte Thomas Bauer seine Aufgaben vor. Er dient als zentraler Ansprechpartner für Jäger, Gemeindevertreter und Bürger bei Fragen rund um Wildtiere. Besonders wichtig sei es, zwischen den verschiedenen Wildtierarten genau zu unterscheiden, da sich manche Spezies optisch sehr ähnlichsehen. Herr Bauer ging insbesondere auf nicht heimische Tierarten ein, die sich aktuell bei uns in der Gegend ausbreiten.
Mit der Abschlussbesprechung im Schürzenhaus Iffezheim endete die diesjährige Waldbegehung.

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