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PEFC-Audit 03.07.2026

Um die Zertifizierung unseres Gemeindewaldes auch für die kommenden Jahre zu sichern, fand am 03.07.2026 das offizielle PEFC-Audit statt.
Die Abkürzung PEFC steht für "Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes" (auf Deutsch: "Programm für die Anerkennung von Forstzertifizierungssystemen"). Es handelt sich dabei um das weltweit größte unabhängige System zur Sicherstellung und kontinuierlichen Verbesserung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung. Wälder, die nach PEFC zertifiziert sind, werden nach strengen ökologischen, ökonomischen und sozialen Standards gepflegt. Für den Bürger und Verbraucher ist das PEFC-Siegel wie eine Art "TÜV-Zertifikat" für den Wald: Es garantiert, dass das Holz aus nachhaltig und verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern stammt und für jeden gefällten Baum auch wieder neue Bäume nachwachsen.
Das Audit an diesem Tag gliederte sich in einen intensiven Austausch im Rathaus sowie eine anschließende Begehung direkt vor Ort.
 

1. Begrüßung
Die offizielle Begrüßung der Teilnehmenden, darunter Vertreter der Gemeinde, des Forstamts und der zuständige externe Auditor, fand durch Bürgermeister Christian Schmid statt. Er betonte dabei, wie wichtig dieses Audit für die zukünftige Ausrichtung der Gemeinde und die nachhaltige Vermarktung des Iffezheimer Holzes ist.
 
2. Chronologie der PEFC-Zertifizierung
Im Anschluss wurde anhand einer detaillierten Chronologie aufgezeigt, welchen intensiven Weg die Gemeinde in den letzten Jahren für die Wiedererlangung des Zertifikats gegangen ist. Nachdem im Jahr 2014 das PEFC-Zertifikat wegen nicht angepasster Wildbestände entzogen worden war, steuerte die Gemeinde konsequent um. Bereits im Jahr 2015 beschloss der Gemeinderat die Neubeantragung und bildete den PEFC-Arbeitskreis, der seitdem bis heute in regelmäßigen Sitzungen tagt. Ein wichtiger Meilenstein folgte im Jahr 2020 mit dem Abschluss neuer, dreijähriger Jagdpachtverträge, in denen die PEFC-Standards, darunter Regelungen zu Wildschadensersatz, Wildschadensverhütung, Zielvereinbarungen, Drückjagden und Sonderkündigungsrechte, fest verankert wurden. Dies zeigte Wirkung: Nach einem erfolgreichen Audit im Jahr 2021 erlangte die Gemeinde das PEFC-Zertifikat zunächst für drei Jahre auf Probe zurück. Im Jahr 2023 wurden die Jagdpachtverträge erneut für drei Jahre mit klaren Zielvereinbarungen geschlossen. Um die Bejagung weiter zu intensivieren, kam es dabei zur Neuvergabe eines Jagdbogens sowie, aufgrund der Kündigung eines Jagdpächters, zur Bestellung eines beauftragten Jägers für weitere zwei Jagdbögen. Ein erfolgreiches Nachaudit zur Evaluierung im Jahr 2025 bestätigte diesen positiven Trend und brachte die Entscheidung über die Weiterführung des Zertifikats bis zum 22.03.2030. Im aktuellen Jahr 2026 wird dieser konsequente Weg durch den erneuten Abschluss dreijähriger Jagdpachtverträge unter Berücksichtigung der PEFC-Standards, neue Zielvereinbarungen zur Rehwildbejagung sowie das jetzige PEFC-Audit fortgeführt.

3. Vorstellung des Gemeindewaldes und dessen Besonderheiten
Forstrevierleiter Norbert Kelm stellte danach den Iffezheimer Gemeindewald detailliert vor. Er ging dabei besonders auf die lokalen Gegebenheiten, die Baumartenverteilung sowie die aktuellen Herausforderungen durch den Klimawandel ein.

4. Abschussvollzug der letzten Jahre
Direkt anknüpfend an die geschichtliche Entwicklung wurde der Abschussvollzug der letzten Jahre analysiert. Ein wesentlicher Faktor für das gesunde Heranwachsen der nächsten Baumgeneration ist das Gleichgewicht zwischen Wald und Wild. Die Daten belegen, dass die im Arbeitskreis erarbeiteten und durch die Jagdpächter umgesetzten Maßnahmen Wirkung zeigen und der schädliche Wildverbiss an jungen Waldbäumen in mehreren Jagdrevieren reduziert werden konnte.

5. Maßnahmen zur Zertifizierung
In diesem Programmpunkt wurden die konkreten betrieblichen Maßnahmen vorgestellt, die maßgeblich zur Aufrechterhaltung und Sicherung der Zertifizierung beitragen. Hierzu gehören die regelmäßigen Sitzungen des PEFC-Arbeitskreises sowie die jährlichen Waldbegehungen, die gemeinsam mit dem Gemeinderat, den Jagdpächtern und den örtlichen Akteuren durchgeführt werden. Einen weiteren zentralen Baustein bilden die erneute Befristung der Jagdpachtverträge auf drei Jahre sowie der Abschluss neuer Zielvereinbarungen zur Rehwildbejagung. Abgerundet werden die Maßnahmen durch den proaktiven Umgang mit den allgemeinen Herausforderungen des Gemeindewaldes und eine kontinuierliche, enge Abstimmung zwischen dem Forstamt und der Gemeinde.

6. Übergabe an den Auditor
Nachdem die Gemeinde und das Forstamt alle einleitenden Berichte, die historische Entwicklung und die Rahmenbedingungen dargelegt hatten, wurde das Verfahren offiziell an den Auditor übergeben, der fortan die detaillierte Prüfung leitete.

7. Besprechung des Basisdatenblattes der Waldbesitzer
Ein zentraler Kern des Audits im Rathaus war die detaillierte Besprechung des Basisdatenblattes. Auf Grundlage der im Vorfeld von der Verwaltung sorgfältig bereitgestellten Unterlagen und Nachweise überprüfte der Auditor die betrieblichen Kennzahlen und Dokumente auf ihre Richtigkeit.
 
8. Anfragen, Informationen, Verschiedenes
In dieser Runde gab es Raum für den Austausch zu aktuellen forstpolitischen Themen, rechtlichen Neuerungen und internen Informationen rund um den Forstbetrieb, bevor der theoretische Teil der Prüfung im Sitzungszimmer abgeschlossen wurde.
 

9. Besichtigung des Gemeindewaldes
Der wichtigste Teil folgte schließlich unter freiem Himmel: Bei einer gemeinsamen Besichtigung des Gemeindewaldes überzeugte sich der Auditor direkt vor Ort von der praktischen Umsetzung der PEFC-Standards. Die im Wald sichtbare naturnahe Bewirtschaftung, die Totholzstrukturen und der Zustand der Verjüngungsflächen hinterließen dabei einen durchweg positiven Eindruck.
Die Chronologie zeigt eindrucksvoll, dass sich der lange Atem und die enge Zusammenarbeit zwischen Gemeinde, Forstamt und Jägerschaft ausgezahlt haben. Ein herzlicher Dank gilt Forstrevierleiter Kelm sowie allen Beteiligten für die hervorragende Vorbereitung dieses wichtigen Termins, mit dem die nachhaltige Bewirtschaftung unseres Waldes einmal mehr offiziell bestätigt wurde. Die Bilanz des Auditors fiel positiv aus. Es wurden lediglich drei formale kleinere Nebenabweichungen registriert, welche sich problemlos beheben lassen und die Verwaltung kurzfristig versucht umzusetzen.

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