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Auch in diesem Jahr hatte die Gemeinde wieder zu einer Waldbegehung eingeladen, der bei strahlendem Sonnenschein knapp 30 Teilnehmer, bunt gemischt aus Mitgliedern des Gemeinderates, sachkundigen Einwohnern des Umweltausschusses, Vertreter des Forstamtes,  Iffezheimer Jagdpächtern sowie Vertretern der örtlichen Feuerwehr und der Initiativgruppe Naturschutz Iffezheim (INI) folgten.
 
 

Auf der Agenda standen folgende Themen
1. Hardtwald im Klimawandel als Fortsetzung der Waldbegehung 2021
a) Zustand der Douglasie/Forschungsprojekt der FVA Freiburg "Vita Dou"/Einwanderung von Neophyten
b) Zustand der Kiefer/Notwendigkeit der Pflanzung
c) Anbauversuch mit Alternativbaumart Zeder
2. Ersatzaufforstung im Gewann Rheinfeld (Vorstellung Tröpfchenbewässerung)

Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Christian Schmid, führte die Waldbegehung  in den Oberwald an unterschiedliche Stellen, die als Naherholungsgebiet rege genutzt werden. Um so schlimmer ist es,  dass die klimabedingten Schäden gerade hier sehr ausgeprägt sind.
 

1. Hardtwald im Klimawandel
a) Douglasie
Diese Baumart, die schon seit 200 Jahren in Europa angesiedelt ist, leidet derzeit unter den Auswirkungen der Trockenheit und des Klimawandels und befindet sich daher in einem schlechten Gesundheitszustand. Sicher ist, dass zwei Schädlingsarten der Douglasie zusätzlich zusetzen, nämlich die Douglasienschütte (Pilz) und auch die Gallmücke.

Forstdirektor Erbacher und Forstrevierleiter Kelm zeigten, dass die Bäume in den letzten 10 Jahren kaum gewachsen sind, die engen Jahresringe sind dafür ein Beleg. Herr Erbacher betonte aber, dass dies nicht allein am Wassermangel liegen kann.
Um so erfreulicher ist es, dass die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt dieses Problem nun ergründen will. Hierfür wurden im Gemeindewald Iffezheim zwei Forschungsflächen für das Projekt "VitaDou"  ausgewählt.


b) Kiefer 
Die Route führte zu einem weiteren Standort im Oberwald in der Nähe des Sandbachs.
Hier lässt sich unschwer erkennen, dass es auch der Kiefer (Forle) nicht gut geht. Diese leidet an Trockenstress, aber auch am Mistelbefall. Daher soll hier künftig auf andere Baumarten, wie z. B. Spitzahorn, Linde, Hainbuche und Kirsche gesetzt werden.

c) Aufforstung mit Zeder
Neue Wege wollen die Förster auch mit der Libanonzeder gehen. Diese entwickelt sich derzeit gut und man ist zuversichtlich, dass dies auch künftig so bleiben wird. Allerdings gibt es  keine langjährigen Anbauerfahrungen mit diesen als klimastabil vermuteten Alternativbaumarten. Daher wurde zunächst nur im kleinen Rahmen ein Aufforstungsversuch gestartet, der ggf. auch scheitern kann. Beispielsweise war ein  Aufforstungsversuch im Jahr 1985 mit 5.000 Drehkiefern nicht von Erfolg gekrönt. Heute finden sich nur noch ca. 20 Drehkiefern vor Ort. 

2. Erstaufforstung Rheinfeld
Zum Schluss informierte Forsttrainee Kilian Kist die Teilnehmer noch über die neue Bewässerungsart für die  Erstaufforstung im Rheinfeld. Hier wurden Kirschen, Linden, Hainbuchen und Roteichen angepflanzt. Die Tröpfchen-Bewässerung mit einem Schlauchsystem soll der Trockenheit entgegenwirken. Ein frisch gepflanzter Baum benötigt zwischen 5 - 10 Liter Wasser pro Woche. 
Weitere Probleme bereiten auf dieser Fläche Mäuse und Maikäfer. Daher wird der Boden zwischen den Pflanzreihen bearbeitet. Um Mäusen entgegenzuwirken, wurden Ansitzstangen für Greifvögel und Mäusefangwannen aufgestellt, so dass eine biologisch, mechanische Reduzierung der Mäuse erfolgen wird. 

Wie immer gab die Waldbegehung auch in diesem Jahr einen umfassenden Einblick in die aktuelle Arbeit der Forstwirtschaft, aber auch interessante Erkenntnisse zu den Folgen des Klimawandels und zu Natur- und Umweltbelangen.

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